High-denheim – 11FREUNDE

Was ist neu?
Aus Hei­den­heimer Sicht so ziem­lich alles. Die Spieler, die am Rand der Schwä­bi­schen Alb leben, müssen sich fühlen, als befänden sie sich auf Stu­fen­fahrt in die Groß­stadt. 34 Spiel­tage lang. Erstaunt stellen sie fest, hier gibt es keine Wege, son­dern Alleen, keine Häuser, son­dern Wol­ken­kratzer, keine Äcker, son­dern Beton­wüsten. Und vor allem keine Pader­borner oder Mag­de­burger um 13.30 Uhr, son­dern Münchner und Dort­munder zur Prime Time, um 15.30 Uhr. Dass Rei­se­leiter Frank Schmidt und der Groß­teil der Spieler dabei die glei­chen sind wie im letzten Jahr, erleich­tert den Dörf­lern sicher­lich die Ein­ge­wöh­nung. Mit Nikola Dovedan, Eren Dinkci oder Marvin Pier­inger hat sich der FCH keine schil­lernden Namen hin­zu­ge­holt, son­dern die Kern­truppe klug ange­rei­chert. Kein Schlüs­sel­spieler hat den Verein ver­lassen. Logisch: Alle wollen dabei sein, wenn es in die große weite 1. Liga geht.

Was macht Hoff­nung?
Unter Buch­ma­chern dürfte Hei­den­heims sofor­tiger Abstieg kein Quo­ten­bringer sein. Der Markt­wert der Mann­schaft liegt bei gerade einmal 29 Mil­lionen Euro. Zum Ver­gleich: Die Mann­schaft des FC Augs­burg ist 126 Mil­lionen Euro wert. Dass der 1. FC Hei­den­heim die Klasse hält, ist darum so wahr­schein­lich wie Union Berlin in der Cham­pions League oder der FC Augs­burg im 13. Bun­des­li­ga­jahr in Folge. Will meinen: nicht undenkbar. Wenn Frank Schmidts Mann­schaft es näm­lich gelingt, ihr inten­sives Spiel aus der 2. in die 1. Liga zu trans­por­tieren, wird es für jeden Gegner unge­müt­lich gegen Hei­den­heim zu spielen. Drei Jahre in Folge war der FCH die lauf­stärkste Mann­schaft der 2. Liga. Der Schmidt­sche Dau­er­lauf wird auf den Plätzen in Bremen, Frei­burg oder Stutt­gart darum nicht plötz­lich auf­hören. Damit das Gerenne nicht ins Leere führt, steht Tim Klein­dienst am Ende des Spiel­felds, der sich letztes Jahr mit 25 Tref­fern die Tor­jä­ger­ka­none holen konnte. Ein wasch­echter Neuner also, dessen Preis nicht von einem aus­ge­kochten bri­ti­schen Unter­nehmer Woche für Woche weiter in die Neun­stel­lig­keit getrieben wird. Wie kann das alles nicht Hoff­nung stiften? Und außerdem: In Regens­burg wird noch gespielt.

Was nicht?
Unbe­schwert­heit und Nai­vität liegen dichter bei­ein­ander als der ant­ago­nis­tisch vor­schie­bende AV in einem 3+2‑Aufbau und der ein­di­men­sio­nierte Inten­siv­lauf des IV wäh­rend einer 2 – 1‑Spielsituation. Und wäh­rend ihr noch den gerade gele­senen Satz und den darin ent­hal­tenen Ver­gleich ver­sucht in euren Köpfen zu ent­knoten, merkt ihr viel­leicht, dass er hirn­rissig und frei erfunden ist, was das ganze Unter­fangen unmög­lich macht. Die Hei­den­heimer könnten ähn­lich ent­mu­tigt durch die Saison stapfen, sollte ihr auf­wen­diges Spiel nicht zum Erfolg führen, son­dern wegen der Lehr­geld­zah­lungen zuneh­mend für klam­mere Taschen sorgen. Ganz beson­ders wird es darum auf die Treff­si­cher­heit von Stürmer Klein­dienst ankommen. Wie aller­dings ein erwie­sener Zweit­liga-Bomber in der ersten Liga ver­hun­gern kann, hat nicht zuletzt Simon Terodde unter Beweis gestellt.

Mit dieser Skandal-Schlag­zeile berichtet die BILD in vier Wochen über den Verein:
HIGH-den­heim! Trainer Frank Schmidt beim Kiffen erwischt! 

Das 11FREUNDE-Orakel:
Das Aus­wärts­spiel in Hei­den­heim wird die noch humor­lo­sere Ver­sion der ​cold rainy night in Stoke“. Akus­tisch unter­malt wird die Aus­wärts­fahrt in die ost­würt­tem­ber­gi­sche Pro­vinz von Brat­pfannen und Kuh­glo­cken im Hei­den­eimer Block. Außerdem ent­wi­ckelt sich die 9. Minute der Nach­spiel­zeit im Laufe der Saison zur zer­mür­benden ​Schmidt Time“: Wie Man­chester United unter Alex Fer­guson sam­melt der FCH einen Groß­teil seiner Punkte erst in der Nach­spiel­zeit. Auf diese Weise erkämpft sich der Liga-Neu­ling einen 15. Tabel­len­platz und im nächsten Jahr eine Saison-Vor­schau, die ganz sicher ohne die Rede­wen­dung aus­kommen wird: ​Jetzt geht es in das schwie­rige zweite Jahr.“

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