Die Kleinsten der Größten – 11FREUNDE

Bitte was?

Die Vor­runde der Cham­pions League wird seit der Saison 2018/19 als Aus­schei­dungs­tur­nier aus­ge­spielt und ermit­telt den letzten ver­blie­benen Platz für die erste Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde. Für die Bestim­mung der teil­neh­menden Mann­schaften ist die UEFA-Fünf­jah­res­wer­tung 2021/22 ver­ant­wort­lich. Mit­spielen dürfen die jewei­ligen Meister der vier Letzt­plat­zierten natio­nalen Ver­bände, also die Plätze 52 – 55 der UEFA-Fünf­jah­res­wer­tung.

San Marino und Andorra sind dabei seit der Ein­füh­rung 2018 immer jeweils mit einer Mann­schaft ver­treten. Und da inner­halb der letzten fünf Jahre weder ein andor­ra­ni­scher, noch ein san-mari­ne­si­scher Verein das Tur­nier wirk­lich erfolg­reich bestritt und auch die rest­li­chen Ver­eine der beiden Länder keine beacht­liche Anzahl an Punkten für die Fünf­jah­res­wer­tung sam­meln, spielen auch dieses Jahr die Meister der beiden Zwerg­staaten in der Vor­runde mit. Zu den Ver­tre­tern aus Andorra und San Marino gesellen sich die Cham­pions aus, na klar, Mon­te­negro und Island.

Der Modus

Und Island ist dieses Jahr auch gleich­zeitig Gast­geber des Tur­niers. Genauer gesagt die Stadt Kópa­vogur im Süd­westen das Landes. In Kópa­vogur im Sta­dion mit dem fast glei­chen Namen Kópa­vogs­völlur, das Platz für über 5.500 Fuß­ball­be­geis­terte bietet, werden heute die beiden Halb­fi­nal­spiele aus­ge­tragen.

Im ersten Halb­fi­nale um 15:00 Uhr spielte Atlètic Club d’Escaldes aus Andorra gegen den mon­te­ne­gri­schen Meister FK Buduć­nost Pod­go­rica. Letz­terer gewann mit 3:0 und trifft im Finale am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halb­fi­nals. Dort spielt heute Abend um 21:00 Uhr die SP Tre Penne aus San Marino gegen den Tur­nier­gast­geber Breiða­blik Kópa­vogur.

Wäh­rend der am Sonntag fest­ste­hende Final­sieger in der ersten Cham­pions-League-Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde gegen den irlän­di­schen Meister Sham­rock Rovers antreten darf, müssen sich die drei übrig­ge­blie­benen Ver­lierer mit der zweiten Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde für die Con­fe­rence League zufrieden geben. Doch wer sind diese vier Meister aus den peri­pheren Regionen des euro­päi­schen Spit­zen­fuß­balls eigent­lich?

Die Ver­eine

SP Tre Penne
Was sich zunächst anhört wie ein Nudel­ge­richt für den sehr kleinen Hunger, ist in Wahr­heit der fünf­fache und natür­lich amtie­rende Meister San Marinos. Die SP Tre Penne war als ein­zige der vier teil­neh­menden Mann­schaften bereits in der Saison 2019/20 mit von der Partie. Damals unter­lagen die Weiß-Blauen dem andor­ra­ni­schen Rekord­meister FC Santa Coloma mit 0:1. Kurioser wurde es jedoch zwei Jahre später in der 1. Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde für die Con­fe­rence League: Der bra­si­lia­ni­sche Rechts­ver­tei­diger Maicon wurde nach San Marino gelockt. Ja, der Maicon, der 2010 mit Inter Mai­land die Cham­pions League gewann. Maicon sollte den Verein end­lich eine Runde weiter bringen und den Fluch des dau­ernden Aus­schei­dens beenden. Nachdem es gegen die geor­gi­sche Mann­schaft Dinamo Batumi zwei deut­liche Nie­der­lagen (0:4 und 0:3) setzte, ent­schied sich der Bra­si­lianer nach stolzen 15 Tagen (!) und zwei Spielen im Klein­staat kur­zer­hand fürs Kar­rie­re­ende. Auch dieses Jahr wird Tre Penne als die schwächste Mann­schaft in die Vor­runde gehen, mit einem Markt­wert von 1,11 Mil­lionen Euro sind sie der klare Underdog.

Atlètic Club d’Escaldes
Der erst 2002 gegrün­dete Verein brauchte einige Jahre, um zu einem andor­ra­ni­schen Top-Verein zu reifen. Nach dem zweiten Auf­stieg 2019 in die Pri­mera Divisió spielte sich die Mann­schaft aus Escaldes – Engor­dany drei Jahre später in die Top drei der Liga und krönte die Saison 2022 mit dem Gewinn des andor­ra­ni­schen Pokals. Die viel grö­ßere Party folgte im Mai dieses Jahres, als die Mann­schaft den ersten Meis­ter­titel in der noch jungen Ver­eins­his­torie feiern konnte. Mit einem Gesamt­markt­wert von 3,83 Mil­lionen Euro ist der Verein zudem im Besitz von gleich zwei Natio­nal­spie­lern. Der Innen­ver­tei­diger Moisés San Nicolás und der Offen­siv­spieler Alex Mar­tínez spielen beide für die Natio­nal­mann­schaft von Andorra. Und Letz­terer dürfte vor allem den Eid­ge­nossen ein Begriff sein, denn im WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen die Schweiz am 10. Oktober 2016 gelang dem Rechts­außen sein ein­ziges Tor im Natio­nal­trikot.

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