Bei aller Freundschaft – 11FREUNDE

Manche Geschichten beginnen mit einer kleinen Über­ra­schung, so auch diese: Als im August 1976 ein Tross von Hertha-Aus­wärts­fah­rern im Karls­ruher Bahnhof ein­trifft, erwarten sie eigent­lich ein Begrü­ßungs­kom­mitee der unfreund­li­chen Art. In den Sieb­zi­gern sind die Fans des Karls­ruher SC sicher nicht für ihre zuvor­kom­mende Gast­freund­schaft bekannt. Umso erstaun­li­cher ist es, dass der Zug voller nicht mehr ganz nüch­terner Ber­liner von einer kleinen, aber dafür sehr auf­ge­schlos­senen Gruppe Karls­ruher emp­fangen wird. Anstatt den laut sin­genden Her­tha­nern Belei­di­gungen und ander­weitig Abwer­tendes zuzu­rufen, laden die Badener zur Spiel­vor­be­rei­tung ein. Die beiden blau-weißen Fan­lager ziehen zusammen in ein­schlä­gige Karls­ruher Kneipen. Gemeinsam geht es dann mit bier­se­liger Stim­mung ins Sta­dion. Der KSC ver­liert im Wild­park mit 0:3 gegen die Damals-noch-nicht-Haupt­städter. Und die Fans der Ver­lierer? Die begleiten die Gäste brav zum Bahnhof und warten sogar noch mit der ein oder anderen Kasten Bier auf. So ein­fach ist das manchmal: Eine Fan­freund­schaft ist geboren. Mitt­ler­weile hält sie mehr als vier Jahr­zehnte. An diesem Samstag treffen die beiden Mann­schaften zum ersten Mal seit 2011 wieder in einem Pflicht­spiel auf­ein­ander.

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