Auf Keïtamin – 11FREUNDE

Was ist neu?
Naby Keïta. Letztes Jahr stand er noch im Cham­pions-League-Finale auf dem Platz. Diese Saison darf er gegen die TSG Hof­fen­heim oder den 1. FC Hei­den­heim ran. Das muss man wollen. Erst recht, wenn man wie Keïta dafür erheb­liche Gehalts­ein­bußen in Kauf nimmt. Seine Ver­pflich­tung ist ver­meint­lich der über­ra­schendste Transfer dieses Som­mers. Keïta kam ablö­se­frei vom FC Liver­pool und hat bei Werder bis 2026 unter­schrieben. Vor einem Test­spiel ver­letzte sich der Mit­tel­feld­spieler jedoch und bremste die Euphorie damit merk­lich. Die ersten zwei Liga­spiele ver­passt er wohl, danach soll er aber eine zen­trale Rolle im Mit­tel­feld spielen. Wenn er fit bleibt, dürfte er die Qua­lität im Bremer Spiel lang­fristig deut­lich erhöhen.

Was macht Hoff­nung?
Neben Keïta auch die häss­li­chen Vögel. Mit etwas Glück dürfen wir uns kom­mende Saison wieder am oft­mals bril­lanten Zusam­men­spiel von Marvin Ducksch und Niclas Füll­krug erfreuen. Ducksch ver­län­gerte seinen Ver­trag bereits vor­zeitig bis 2026. Füll­krug hin­gegen könnte noch immer jeder­zeit von, sagen wir Bayern Mün­chen weg­ge­kauft werden. Doch selbst dann wäre Ducksch nicht auf sich allein gestellt. Der aus Düs­sel­dorf gekom­mene Dawid Kownacki glänzte in der Vor­be­rei­tung und spielte sich dank Treff­si­cher­heit und Spiel­in­tel­li­genz in den Blick­punkt. Der ehe­ma­lige pol­ni­sche Natio­nal­spieler ver­min­dert damit mög­li­cher­weise die Abhän­gig­keit vom Sturmduo Ducksch/​Füllkrug. Werder konnte zudem alle Leis­tungs­träger der ver­gan­genen Saison halten. Nur Niklas Schmidt hat den Klub Rich­tung Tou­louse ver­lassen.

Was nicht?
Wer­ders Abwehr. Defensiv erin­nerten die Bremer ver­gan­gene Saison an die deut­sche Kli­ma­po­litik: ent­weder zu sorglos oder gar nicht erst vor­handen. Damit fingen sie sich satte 64 Gegen­treffer. Nur drei Klubs waren ver­gan­gene Spiel­zeit hinten noch fahr­läs­siger als Werder. Dazu gehörten mit Schalke und Hertha BSC zwei Absteiger. Auch in der Vor­be­rei­tung offen­barte sich die Abwehr bereits als zu anfällig für höchste Ansprüche. Neu­zu­gänge werden für die Abwehr nicht mehr erwartet. In der Breite fehlt es dem Kader gerade auf den Außen­bahnen an Alter­na­tiven. Dort sind nur Anthony Jung und Mit­chell Weiser bun­des­li­ga­taug­lich. Ver­let­zungen dürften nur schwer zu kom­pen­sieren sein. Gerade gegen offensiv starke Teams könnte kom­mende Saison wieder regel­mäßig Land unter sein am Oster­deich. Womit wir wieder bei der man­gel­haften Kli­ma­po­litik wären.

Mit dieser Skandal-Schlag­zeile berichtet die BILD in vier Wochen über den Verein:
Keita-Party in Bremen: Dieser Mann spielt berau­schender als jedes Pfer­de­be­täu­bungs­mittel!“

Das 11FREUNDE-Orakel:
Das ver­flixte zweite Jahr, das so viele ehe­ma­lige Auf­steiger fürchten, jagt Werder Bremen kom­mende Saison keine Angst ein. Beim Eröff­nungs­spiel der Saison gibt es gegen Bayern zwar ordent­lich auf die Mütze, doch das sind die Bremer ja nach län­geren Spiel­pausen gewöhnt. Denkt man mal an das 7:1 in Köln nach der ver­gan­genen Win­ter­pause. Doch nach dem ersten Nacken­schlag pen­deln sich Wer­ders Leis­tungen auf einem kon­stanten Niveau ein, zukünf­tige Rück­schläge ver­teilen sich eher gleich­mäßig auf die Saison. Ins­ge­samt ist das Team sport­lich ein biss­chen stärker auf­ge­stellt als in der Vor­saison. Wenn die Han­seaten ihre Abwehr in den Griff bekommen, beenden sie die kom­mende Spiel­zeit auf einem soliden 13. Platz.

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